Unser Ansatz
ZEFAB optimiert Befragungen durch Polizei, Justiz und andere Institutionen im deutschsprachigen Raum – geleitet von Wissenschaft, Recht und Ethik.
ZEFAB führt Forschung von nationaler Relevanz mit internationaler Ausstrahlung durch und verfolgt nachhaltige Transferstrategien in die Praxis – insbesondere in Zusammenarbeit mit Justiz, Polizei und Strafverteidigung.
Ziel ist die systematische Optimierung von Befragungen im deutschsprachigen Raum auf wissenschaftlicher Grundlage.
Umsetzung
Wirkungsorientierte Forschung
ZEFAB betreibt anwendungsorientierte, interdisziplinäre Forschung an der Schnittstelle von Psychologie, Recht sowie Polizei- und Justizpraxis.
Forschungsschwerpunkte sind unter anderem die Planung von Befragungsstrategien, die systematische Analyse von Fehlerquellen in Befragungen sowie die Durchführung und Analyse von Befragungen.
Ein besonderer Fokus liegt auf der Befragung junger Zeug:innen und Beschuldigter.
Nachhaltiger Praxistransfer
Zur Förderung nachhaltiger Veränderungen in Handlungspraktiken und Denkweisen entwickelt ZEFAB Lehr- und Bildungsmaterialien und unterstützt den interdisziplinären Austausch.
Dies erfolgt insbesondere durch Workshops, Fachtagungen, strukturierte Wissensformate sowie die Qualifizierung von Multiplikator:innen in Justiz, Polizei und angrenzenden Professionen.
ZEFAB fördert den Aufbau und die Stärkung eines nationalen und internationalen Netzwerks zur strukturierten Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Praxis.
Ziel ist es, Synergien zu nutzen, methodische Weiterentwicklung zu ermöglichen und wissenschaftliche Erkenntnisse systematisch in der Praxis umzusetzen.
Interdisziplinäres Netzwerk
Themen
Ein besonderer Schwerpunkt von ZEFAB liegt auf dem Schutz und der professionellen Befragung vulnerabler Gruppen – insbesondere von Kindern und Jugendlichen. Sie sind psychologisch vulnerabel, besonders schutzbedürftig und allgemein höchst herausfordernde Aussagepersonen.
Die internationale Forschung zeigt, dass Personen, die Kinder professionell befragen können, in der Regel auch in anderen Befragungskontexten über besonders hohe Kompetenz verfügen. Daher bilden Kinderbefragungen einen hervorragenden Ausgangspunkt für die Entwicklung und Bewertung professioneller Befragungen - unabhängig von der Personengruppe und dem Deliktsfeld.
Kinder und Jugendliche
Leitlinien/ Empfehlungen/ Richtlinien/ Standards
Ein weiterer Schwerpunkt von ZEFAB ist die Entwicklung evidenzbasierter Leitlinien, Empfehlungen, Richtlinien und Standards für die Planung, Durchführung und Analyse von Befragungen.
International liegen umfangreiche forschungsbasierte und praxiserprobte Lösungen zu wirksamen Befragungsmethoden vor. ZEFAB bündelt diese Erkenntnisse mit fundierter deutschsprachiger Forschung und entwickelt gemeinsam mit der Praxis Leitlinien, Empfehlungen, Richtlinien und Standards. Diese unterstützen Polizei, Justiz und Strafverteidigung bei der professionellen Planung, Durchführung und Analyse von Befragungen.
Changing Mindsets
Ein zentraler Wirkungsbereich von ZEFAB ist der Wandel der Befragungskultur: von bestätigungsgeleiteten Vorgehensweisen hin zu aktiv-ergebnisoffenen Befragungen (from confirmatory interrogating to actively open-minded interviewing). Internationale Forschung zeigt, dass Vorannahmen, suggestive und druckausübende Befragungen die Aussagequalität beeinträchtigen und Fehlentscheidungen begünstigen.
Aktiv-ergebnisoffene Befragungen erhöhen hingegen die Informationsqualität und Fairness und führen zu effizienteren Strafverfahren. ZEFAB entwickelt forschungsbasierte Lösungen und Transferformate, um aktiv-ergebnisoffene Befragungen nachhaltig in der Praxis zu verankern.
Auf diese Weise trägt ZEFAB zu nachhaltigen Veränderungen in Denk- und Handlungsmustern relevanter Akteure bei und fördert langfristig eine evidenzbasierte, rechtsstaatliche Befragungskultur.
Hintergrund
Ausgangslage
Obwohl Deutschland, Österreich und die Schweiz allgemein über gefestigte rechtsstaatliche Strukturen und hohe Standards verfügen, besteht bei Befragungen Optimierungspotenzial.
In der polizeilichen Ausbildung und Praxis werden teils noch ungeeignete Befragungstechniken vermittelt, während das Thema im juristischen Studium nur in Ausnahmefällen behandelt wird. Entsprechend variiert die Befragungsqualität in der Praxis teils erheblich.
ZEFAB setzt hier an – es trägt zur Steigerung von Effektivität und Vergleichbarkeit von Befragungen bei, fördert respektvolle Interaktionen und stärkt so das Vertrauen in Justiz und Strafverfolgung als zentrales Element der Demokratie.
Méndez-Prinzipien
Die Arbeit von ZEFAB basiert auf den Méndez-Prinzipien, die 2021 veröffentlicht und von über 50 UN-Mitgliedsstaaten – darunter Deutschland, Österreich und die Schweiz – befürwortet wurden.
Sie bilden einen globalen Rahmen für rechtsstaatliche, menschenrechtskonforme und evidenzbasierte Befragungen von Strafverfolgungsbehörden.
ZEFAB überträgt diese Prinzipien in Forschung und Praxis im gesamten deutschsprachigen Raum.