UNSERE ARBEIT
ZEFAB hat es sich zur Mission gemacht, effektive und faire Befragungen im deutschsprachigen Raum zu fördern. Hierfür verbindet das Zentrum Forschung, Praxistransfer und inter/nationale Zusammenarbeit.
Wir machen evidenzbasierte und rechtsstaatliche Ansätze sowie aktuelle Entwicklungen im deutschsprachigen Raum zugänglich und fördern die Umsetzung der Méndez-Prinzipien in der Befragungspraxis - durch die Entwicklung von Standards, interdisziplinären Austausch und den Praxistransfer in Institutionen und Organisationen.
Dabei arbeiten wir auf mehreren Ebenen: Wir entwickeln Materialien und Lösungen, bündeln Forschung, unterstützen den Transfer in Polizei, Staatsanwaltschaft, Anwaltschaft, Gericht und weitere Praxisfeldern.
Mehr zu unserer strategischen Ausrichtung erfahren Sie hier:
UNSERE ARBEITSFELDER
Die Arbeit von ZEFAB folgt dem Grundgedanken: Forschungsbasierte, menschenrechtskonforme und international praxiserprobte Erkenntnisse sollen nicht im theoretischen Raum verbleiben, sondern ihre Wirkung dort entfalten, wo Befragungen stattfinden – in Ermittlungs- und Gerichtsverfahren sowie in weiteren Untersuchungs- und Entscheidungskontexten.
Dafür verbindet ZEFAB drei aufeinander aufbauende Arbeitsfelder: Wir entwickeln und bündeln evidenzbasierte Ansätze, stärken mit ihnen die Praxis und fördern ihre nachhaltige Verankerung durch interdisziplinären Austausch und Zusammenarbeit.
GRUNDLAGEN SCHAFFEN:
wirkungsorientierte Forschung
ZEFAB betreibt anwendungsorientierte und interdisziplinäre Forschung an der Schnittstelle von Psychologie, Recht sowie verschiedenen Praxisfeldern. Ziel ist es, evidenzbasierte Ansätze zu bündeln und weiterzuentwickeln, die eine effektive, faire und menschenrechtskonforme Befragungspraxis ermöglichen.
Im Mittelpunkt stehen unter anderem Befragungsstrategien sowie Potenzialanalysen. Ein besonderer Fokus liegt auf der Befragung junger Zeug:innen und Beschuldigter.
WIRKUNG ENTFALTEN:
nachhaltiger Praxistransfer
Forschungsbasierte Lösungsmöglichkeiten entfalten ihren Wert erst, wenn sie in der Praxis wirksam werden. ZEFAB entwickelt Lehr- und Bildungsmaterialien, organisiert Workshops und Fachtagungen und fördert den Austausch zwischen Psychologie, Justiz, Strafverteidigung, Polizei und weiteren Fachbereichen.
So werden aktuelle Forschungsergebnisse verständlich aufbereitet und für Studium und Weiterbildung sowie Praxis nutzbar gemacht.
ANSÄTZE NACHHALTIG VERANKERN:
interdisziplinäres Netzwerk
Nachhaltige Veränderungen entstehen durch Zusammenarbeit und Verankerungen in Institutionen. Deshalb baut ZEFAB ein nationales und internationales Netzwerk aus Justiz, Anwaltschaft, Polizei, Psychologie und weiteren Fachbereichen auf.
Kontinuierlicher Austausch und Zusammenarbeit schaffen die Grundlage dafür, wissenschaftliche Erkenntnisse dauerhaft in Praxis, Aus-/Weiterbildung und Forschung zu verankern und ihre gemeinsame Weiterentwicklung zu fördern.
Themen
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Kinder und Jugendliche sind in Befragungen durch Polizei, Staatsanwaltschaft und Gerichte besonders vulnerabel – insbesondere dann, wenn sie über komplexe oder belastende Erlebnisse sprechen.
Werden Aussagen von Kindern nicht fachgerecht erhoben oder dokumentiert oder durch suggestive Fragen und Druck beeinflusst, kann dies schwerwiegende Folgen haben. Tatsächliche Täter:innen können unentdeckt bleiben, während unschuldige Personen verfolgt oder verurteilt werden. Für Kinder und ihr Umfeld kann eine solche Erfahrung zudem besonders belastend sein. Umso wichtiger sind sorgfältige, faire und altersgerechte Befragungen.
Die professionelle Befragung von Kindern und Jugendlichen stellt besonders hohe Anforderungen an die befragenden Personen. Die hierfür entwickelten Ansätze und Materialien leisten zugleich einen wichtigen Beitrag zur Weiterentwicklung professioneller Befragungskompetenzen insgesamt. Deshalb bilden Kinder- und Jugendbefragungen einen zentralen Schwerpunkt der Arbeit von ZEFAB.
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Die Méndez-Prinzipien definieren einen evidenzbasierten und menschenrechtskonformen Rahmen für Befragungen. Ihre Existenz allein gewährleistet jedoch noch keine adäquate Umsetzung in der Praxis.
ZEFAB untersucht deshalb die Umsetzung der Méndez-Prinzipien in unterschiedlichen Organisationen und Praxisfeldern - insbesondere in polizeilichen, staatsanwaltschaftlichen und gerichtlichen Befragungen, im Umgang mit vulnerablen Personen, in der Aus- und Weiterbildung sowie in der Dokumentationspraxis.
Ziel ist es, bestehende Stärken sichtbar zu machen, Umsetzungshindernisse zu identifizieren und Potenziale für eine nachhaltige und qualitätsgesicherte Anwendung der Méndez-Prinzipien abzuleiten.
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Ein zentraler Schwerpunkt von ZEFAB ist die Förderung aktiv-ergebnisoffener Befragungen. Die internationale Forschung zeigt, dass Vorannahmen, Bestätigungsverzerrungen sowie suggestive oder druckausübende Befragungen die Aussagequalität beeinträchtigen und Fehlentscheidungen begünstigen können.
Hypothesengeleitete Befragungsstrategien können aktiv-ergebnisoffene Befragungen fördern und damit zu einer höheren Informationsqualität und fundierteren Entscheidungen beitragen. ZEFAB entwickelt wissenschaftlich fundierte Ansätze und Transferformate, um diese Befragungskultur nachhaltig in Ausbildung, Fortbildung und Praxis zu verankern.
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Im deutschsprachigen Raum mangelt es an ausreichend dezidierten gesetzlichen Vorgaben für die Planung, Durchführung und Bewertung von Befragungen. Dadurch besteht die Gefahr uneinheitlicher Vorgehensweisen, die die Qualität von Aussagen beeinträchtigen und auch zu Fehlentscheidungen führen können.
Ein Schwerpunkt von ZEFAB liegt deshalb in der Entwicklung wissenschaftlich fundierter Empfehlungen, Richtlinien, Leitlinien und Standards. Aufbauend auf den Méndez-Prinzipien verbindet ZEFAB internationale Forschung mit deutschsprachiger Wissenschaft und Praxiserfahrung, um praktikable und überprüfbare Standards für Polizei, Justiz und weitere Fachbereiche zu entwickeln.
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Professionelle Befragungskompetenzen sind in Ausbildung, Studium sowie Fort- und Weiterbildung bislang unterschiedlich stark verankert. Während in der polizeilichen Lehre vereinzelt noch ungeeignete Befragungsansätze vermittelt werden, spielt das Thema im juristischen Studium häufig keine ausreichende Rolle. Dies führt zu einer in der Praxis teils stark unterschiedlichen Befragungsqualität - angetrieben von Intuition und einer Art “Stammeswissen”. Gleichzeitig zeigt die internationale Forschung und Praxis, dass professionelles Befragen eine Kompetenz ist, die gezielt erlernt und kontinuierlich weiterentwickelt werden kann.
ZEFAB fördert deshalb Sensibilisierung, Praxistransfer und Kompetenzentwicklung in Polizei, Justiz und Strafverteidigung. Dazu gehören Fachtagungen, Webinars, Workshops sowie Train-the-Trainer-Programme, die evidenzbasierte Befragungen nachhaltig in Ausbildung, Studium sowie Fort- und Weiterbildungen und Praxis verankern.
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ZEFAB entwickelt wissenschaftlich fundierte Lehr- und Bildungsmaterialien für Ausbildung, Studium, Fort-/Weiterbildung und Praxis. Ziel ist es, aktuelle Forschung verständlich, praxisnah und anwenderorientiert aufzubereiten.
Dazu entwickelt ZEFAB unter anderem Lehrmaterialien, Fallbeispiele, Übungsszenarien, Leitfäden sowie Materialien für Trainings und Aus-/Weiter-/Fortbildungen. Auf diese Weise werden die Méndez-Prinzipien nachhaltig in Lehre und Praxis übertragen und evidenzbasierte Befragungskompetenzen langfristig gestärkt. Sie unterstützen Lehrpersonen und Institutionen dabei, Befragungswissen und -kompetenzen strukturiert zu vermitteln und eine effektive und faire Befragungskultur langfristig zu fördern.
GEMEINSAM FÜR EFFEKTIVE UND FAIRE BEFRAGUNGEN
Die unabhängige Arbeit von ZEFAB lebt von Unterstützung, Zusammenarbeit und langfristigem Engagement. Helfen Sie mit, effektive, faire und menschenrechtsorientierte Befragungen zu stärken.